• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Veranstaltungen

Die Internationalen Symposien 2016-1982

1982-2016 veranstaltete die IGPE  29 Internationale Polyaisthesis-Symposien.

Viele Beiträge sind in den Publikationen der IGPE veröffentlicht. Für weitere Auskünfte wenden Sie sich an die IGPE.

Der nachfolgende Link "Weiterlesen" öffnet die (chronologisch rücklaufende) Liste aller Symposiumsthemen. Rückblicke in die Symposien der letzten Jahre finden Sie nach der Themenliste.


Weiterlesen...
 

Symposium 2013 Individuum Collectivum

INDIVIDUUM – COLLECTIVUM

Zur sozialen Dimension künstlerisch-kreativen Handelns im Bildungskontext

Click for WebText Deutsch/German, or English
Click for Print-version [pdf] of the advertisement in German, English, Bulgarian, Slovakian

Beitrag Symposium 2013 Foto O.Zopf

29. Internationales und interdisziplinäres Symposium der Internationalen Gesellschaft für Polyästhetische Erziehung, 14. bis 17. März 2013, Universität Mozarteum Salzburg,

mit Beiträgen internationaler Expertinnen und Experten, Präsentationen von Schulprojekten zum Thema, künstlerischen und pädagogischen Dialogen, in Kooperation mit der Salzburg Biennale 2013

¨ -> LINK zu den Programmdetails des Symposiums 

¨ -> LINK zur Liste der Mitwirkenden und der Beitragsthemen 

Am Symposium nahmen teil:

  • Expertinnen und Experten aus dem universitären Bereich, aus dem tertiären Bildungsbereich und aus Kunst und Kultur fördernden Institutionen zu Beiträgen zur sozialen Dimension künstlerisch-kreativen Handelns;
  • Pädagoginnen und Pädagogen, Lehrende an Schulen, die ihre Projekte präsentierten,
  • Schülerinnen und Schüler, die ihre Lernergebnisse präsentierten;
  • weitere interessierte Personen.

Die Konzeption des Symposiums erfolgte in Kooperation mit der Salzburg-Biennale, dem interuniversitären Schwerpunkt „Wissenschaft und Kunst“, den Bundesarbeitsgemeinschaften Musikerziehung und Bildnerische Erziehung. Die Organisation und Finanzierung unterstützen das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur durch dessen Bundeskoordinationszentrum für schulische Kulturarbeit und die Universität Mozarteum.

Veranstaltungsberichte und Rückmeldungen werden sukzessive nach Eintreffen veröffentlicht.


English translation:

INDIVIDUUM – COLLECTIVUM

International and interdisciplinary Symposion focusing on the social dimension of artistic-creative acting in the context of education

took place from March 14th to March 17th 2013, at University Mozarteum Salzburg, offering contributions of international experts, presentation of school-projects, discussions on artistic and pedagogic concerns and participating the events of Salzburg-Biennale 2013.

For further information please contact Internationale Gesellschaft für Polyästhetische Erziehung, Universität Mozarteum Salzburg, ao. Prof. Dr. Michaela Schwarzbauer
Mirabellplatz 1,   A-5020 Salzburg,   Austria / Europe

The symposion was a cooperation of Salzburg-Biennale 2013, Interuniversitärer Schwerpunkt “Arts and Aesthetics”, Bundesarbeitsgemeinschaft Musikerziehung und Bildnerische Erziehung. The symposion is finacially and organisationally supported by Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (via Bundeskoordinationszentrum für schulische Kulturarbeit) and University Mozarteum Salzburg.


 

Symposium 2012: Lernziel Polyästhetik

IGPE logo


Lernziel Polyästhetik

Was die Schule zur ästhetischen Kompetenz der Jugend beitragen kann

Das interdisziplinäre Symposium fand vom 22. bis 25. März 2012 in Salzburg, im Schloss Frohnburg und am Carl-Orff-Institut der Universität Mozarteum statt.

Das Programm bot Präsentationen Polyästhetischer Schulprojekte, Erfahrungsaustausch und Fachgespräche mit ExpertInnen aus dem In- und Ausland und die Chance, selbst in einer Musiktheaterimprovisation mitzuwirken.

Einen umfassenden Rückblick entnehmen Sie bitte dem Newsletter 9, August 2012, einen Rückblick ins Programm nehmen Sie über den LINK: detailliertes Programm.

Die Fragen nach den Aspekten, Dimensionen und Handlungsfeldern eines "Lernziels Polyästhetik", vor allem im schulischen Kontext, belebte und prägte die prägte die Diskussionen und Konversationen der Teilnehmenden.

Das finale Gestaltungsvorhaben, eine Bilderbuchgeschichte über die Rettung des tropischen Regenwaldes in Klang und Szene zu setzen, wurde in fünf unterschiedlichen Ateliers parallel vorbereitet und in einer interaktiv gestalteten Gesamtdarstellung durch die Teilnehmer/innen präsentiert.


 

Symposium 2011 und Tagung "I Never Saw Another Butterfly"

Cover Buch„I Never Saw Another Butterfly“ 
Tagessymposium am 19. Mai in Salzburg und Tagung am 25. Mai 2011 in Linz, zu Kindergedichten und -bildern aus dem KZ Theresienstadt

Eine interdisziplinäre Veranstaltung der Universität Mozarteum (Abteilung für Musikpädagogik / Zentrum für Polyästhetik) in Zusammenarbeit mit der Internationalen Gesellschaft für Polyästhetische Erziehung, der Priv. Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz und deren Adalbert-Stifter-Praxishauptschule.

„Ich bin noch da, bin noch ein lebend Wesen, indes die Freundin schon im Jenseits weilt, ich weiß nicht, ob’s nicht besser wär’ gewesen, hätt’ mich der Tod mit ihr zugleich ereilt.“ (Verfasst von der zwölfjährigen Eva Picková, in: Hana Valavkova (1993) I Never Saw Another Butterfly: Children's Drawings & Poems from Terezin Concentration Camp,1942-44.  New York, Schocken Books.) 

Gedichte und Zeichnungen von Kindern, die im Konzentrationslager Theresienstadt interniert waren

Den zentralen Ausgangspunkt des Symposions bildeten Gedichte und Zeichnungen von Kindern, die im Konzentrationslager Theresienstadt interniert und von dort aus in Vernichtungslager überführt und ermordet wurden. Von den rund 15.000 nach Theresienstadt deportierten Kindern erlebten nur etwa 150 den Tag der Befreiung. In dem als „Vorhof zur Hölle“ bezeichneten Konzentrationslager spielten künstlerische Tätigkeiten eine bedeutende Rolle, auch die Kinder wurden gezielt dazu angehalten.

Die hiervon erhaltenen Gedichte und Zeichnungen dokumentieren in berührender Weise das Leben im KZ aus kindlicher Perspektive, die erlebte Isolation und Einsamkeit, die Trauer über die Trennung von Familie und Freunden, aber in manchen Fällen auch den Willen, Funken von Freude und Hoffnung, etwa ausgedrückt in der Schönheit einer Blüte, zu wahren. Die Kinder erzählen von Grauen, Verzweiflung und Todesangst, aber auch von ihrem Mut und dem ungebrochenen Bedürfnis zu leben.

Das Symposion am 19. Mai 2011 sowie die Folgeveranstaltung an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz am 25. Mai 2011, integriert in eine Gedenkfeier für die Befreiung des Lagers II im KZ Mauthausen, wandten sich aus wissenschaftlicher und pädagogischer Perspektive verschiedenen Formen künstlerischen Ausdrucks in und über Theresienstadt zu.

Der von den Nationalsozialisten 1944/45 hergestellte Film Der Führer schenkt den Juden eine Stadt als Beispiel einer manipulativen Funktionalisierung von Kunst war einer der Bezugspunkte im Beitrag von Johannes Hofinger. Der vielschichtigen musikalischen Rezeption der erhalten gebliebenen Kindergedichte widmete sich werkkritisch Julia Hinterberger. Die literaturtheoretische wie exemplarische Aufarbeitung des Themenkomplexes Theresienstadt innerhalb der Jugendliteratur brachte der Beitrag von Christine Czuma ein. Analysen der Kinderzeichnungen und -gedichte aus polyästhetischer Perspektive sowie die Präsentation des 2005 durchgeführten Erinnerungsprojektes Abwesenheiten vergegenwärtigen bildeten den Schwerpunkt im Vortrag von Marie-Luise Lange. Über Chancen und Grenzen ästhetischer Begegnung referierte Michaela Schwarzbauer,  den Gestaltungskontext des Symposiums reflektierend.

In die zeitgeschichtliche und künstlerische Auseinandersetzung der beiden Abschlussklassen der Adalbert Stifter Praxishauptschule der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz führte Helmut Hammerschmid ein. Zeitgeschichtliche, literarische, musikalische, religionspädagogische und szenische Aspekte kamen bei der nachfolgenden Präsentation des Schulprojekts auf integrative Weise zur Geltung (Konzeption und Einstudierung: Evelyn Barnasch, Karl-Heinz Heimberger, Helmut Hammerschmid).

Die 6A-Klasse des BORG Nonntal/Salzburg berührte durch einen Beitrag, der die Unausweichlichkeit für die betroffenen Jugendlichen in Theresienstadt mit den Ausdrucksmitteln von heute polyästhetisch in Szene setzte (Konzeption und Leitung: Reinhold Kletzander).

Ein Konzert mit Werken von Ellwood Derr, Srul Irving Glick und Lori Laitman über die Texte und Bilder aus "I Never Saw Another Butterfly" und die Rezitation der betreffenden Texte und Bilder beschlossen jeweils das Programm der beiden Tage, dargeboten von den Studierenden der Abteilung Musikpädagogik der Universität Mozarteum Salzburg, Sara Hilger (Sopran), Franziska Reif (Klavier) und Johann Schernthanner (Saxofon). 

Den Fachvorträgen folgte interessiert und diskussionsfreudig ein kleines, fachkompetentes Publikum, die szenischen und künstlerischen Beiträge vermochten jeweils ein Publikum von mehr als 100 Teilnehmern zu versammeln, das sich in den Akklamationen und Rückmeldungen von den Beiträgen beeindruckt erwies.   

Für die Internationale Gesellschaft für Polyästhetische Erziehung waren die Veranstaltungen eine extensive Möglichkeit, im Sinn ihrer statutarischen Ziele tätig zu werden, im Sinne

  • der künstlerisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Prozessen menschlicher Wahr­nehmung insbesondere im künstlerischen Erfahren und Darstellen,
  • der Herstellung von Bezügen zwischen den Künsten (Musik, Literatur, bildende und darstel­lende Künste …) und den Wissenschaften sowie [explizit] der Auseinandersetzung mit deren Wertüberlieferun­gen und Gegen­wartsaufgaben in der Gesellschaft,
  • der Durchführung künstlerisch-wissenschaftlicher Projekte und Konzepte zu Ästhetik und Bildung
  • sowie der Pflege gesamtkünstlerischen, interdisziplinär wissenschaftlichen und internationa­len Ge­danken- und Erfahrungsaustausches.

G.H.

 

Symposium 2011 Gestaltete Zeit

IGPE logo
Gestaltete Zeit in den Künsten

27. Polyaisthesis-Symposium der Internationalen Gesellschaft für Polyästhetische Erziehung, 17.–19. März 2011 in Salzburg

Eine gemeinsame Veranstaltung der IGPE und des "Schwerpunkts für Wissenschaft und Kunst" der Paris Lodron Universität Salzburg und Universität Mozarteum Salzburg, eingebunden in den Ablauf der Salzburg Biennale 2011.

Nachfolgend die Programminhalte, danach die Abstracts zu einigen der Beiträge. Link zum Bericht über das 27. Symposium von Dr. H.Jung

 
Das programm umfasste u.a. die folgenden Beiträge:

Der Meister der Grenzüberschreitung – Begegnung mit Dieter Schnebel
Schülerinnen und Schüler des Privatgymnasiums St. Ursula Salzburg, des BORG-Akademiestraße, des BORG-Nonntal und des BG-Nonntal setzten sich mit Blasmusik und Gesums von Dieter Schnebel sowie in Klangszenen mit Texten von Franz Kafka und Ernst Jandl auseinander.

Polyästhetische Werkstatt mit Prof. Dr. Masayuki Nakaji, Gakugei University Tokyo, Japan (in dt. Sprache). Einblicke in die Arbeit des japanischen Musikpädagogen im Rahmen einer Lehrdemonstration und anschließender Diskussion.

Ateliergespräch zwischen Dieter Schnebel und Univ. Prof. Dr. Wolfgang Rathert
(initiiert vom Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst)

Gestaltete Zeit – Reflexionen zum Entstehungsprozess der  im Solitär der Universität Mozarteum Salzburg vorgestellten Schülerproduktionen
Michaela Schwarzbauer im Gespräch mit Herbert Hopfgartner, Reinhold Kletzander, Oliver Kraft und Christa Musger. Mehr...

Stoppophonie – eine Gruppenkomposition für zwölf Instrumente und Stoppuhren als Beispiel für gestaltete Zeit in den Künsten
Steffen Reinhold (Hochschule für Musik und Theater Leipzig) Mehr...

Synchron – asynchron. Zeitbehandlung in dem MusikTheaterTanz-Stück Plejaden 4 – Asterope
Anja Winkler (Leipzig) Mehr...

Dieter Schnebel: Stuhlgewitter. Schülerperformance des Musikum Salzburg, Ltg. FLorian Müller

Kugelgestalt der Zeit – Bernd Alois Zimmermann und Augustinus
Barbara Dobretsberger (Universität Mozarteum Salzburg) Mehr...

Zeit der Stille – Zeit der Muße
Herbert Hopfgartner (Salzburg)  Mehr...

Aus dem Augenblick heraus: gestaltete Zeit in der polyästhetisch-heilpädagogischen Begegnung
Dietmar Jürgens (Katholische Fachhochschule NW, Standort Köln) Mehr...

Der zeitliche Verlauf des Werkschaffensprozesses: der Werkschaffensprozess ist nicht immer teleologisch
Ichiro Murata (Berlin) Mehr...


Abstracts der einzelnen Beiträge

Michaela Schwarzbauer im Gespräch mit Herbert Hopfgartner, Reinhold Kletzander, Oliver Kraft und Christa Musger

Gestaltete Zeit – Reflexionen zum Entstehungsprozess der  im Solitär der Universität Mozarteum Salzburg vorgestellten Schülerproduktionen

Im Gespräch werden die Herausforderungen an künstlerisches Gestalten im Klassenverband im Spannungsfeld zwischen kompositorisch Vorgegebenem und improvisatorischer Freiheit diskutiert. In mehrfacher Weise wird das Phänomen Zeit aufgegriffen: Wie gestalten sich in ganz pragmatischer Weise zeitliche Abläufe in Gestaltungsprozessen, denen durch den schulischen Kontext ein ‚auch‘ zeitlicher Rahmen verliehen wird? Inwiefern kommt dem bewussten Umgang mit Zeitstrukturen eine ordnende Funktion zu? Wie weit können Vorgaben Dieter Schnebels für Schülerinnen und Schüler in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts noch als ‚zeitgemäß‘ empfunden werden?

Steffen Reinhold (Hochschule für Musik und Theater Leipzig)

Stoppophonie – eine Gruppenkomposition für zwölf Instrumente und Stoppuhren als Beispiel für gestaltete Zeit in den Künsten

2007 entstand an der Thomasschule in Leipzig im Rahmen des Projekts „Schüler komponieren“ Stoppophonie – eine Gruppenkomposition für zwölf Instrumente und Stoppuhren. Auf der Grundlage einer gemeinsam erstellten graphischen Partitur komponierten Schüler Einzelstimmen, die in einem fünf-minütigen Zeitraster zusammengeführt wurden. Der lineare Musikverlauf wurde dabei durch die Überlagerung unterschiedlicher Zeitschichten aufgelöst. Gesteuert wurde der Ablauf mit einer groß projizierten digitalen Uhr und durch die jungen Komponisten selbst, die – ausgestattet mit Stoppuhren – den einzelnen z.T. versteckt agierenden Musikern des Orchesters assistierten.

Anja Winkler (Leipzig)

Synchron – asynchron. Zeitbehandlung in dem MusikTheaterTanz-Stück Plejaden 4 - Asterope

Sieben Berichte von Frauen über bedrohliche Situationen und deren Bewältigung bildeten gemeinsam mit dem Musikstück Zeit = Ungleich von Steffen Reinhold, Tanz von Tanja Ressel sowie Videosequenzen die Grundelemente für das MusikTheaterTanz-Stück Plejaden 4 – Asterope. In der Gestaltung der Musik lassen sich zwei Arten im Umgang mit Zeit unterscheiden: Während in den synchronen Teilen die Musiker im gleichen Zeitmaß spielen, werden die asynchronen Abschnitte dadurch bestimmt, dass die Musiker ihre eigenen Zeit‚Räume‘, bestimmt von ganz spezifischen Spannungskurven, erstehen lassen. Der Wechsel von Geordnetem und scheinbar Ungeordnetem, von Bündelung und Zerstreuung verleiht dem Stück einen eigenen Rhythmus. 

Barbara Dobretsberger (Universität Mozarteum Salzburg)

Kugelgestalt der Zeit – Bernd Alois Zimmermann und Augustinus

Die als „überdimensioniertes Gebet an Gott“ (Lissmann) verfassten Bekenntnisse des Augustinus sind Autobiographie und Philosophie zugleich. Desgleichen gilt für das musikalische Œuvre Bernd Alois Zimmermanns. Das Streben nach einem Erfassen und Erkennen des ‚Zeitflusses‘, der für Zimmermann zunehmend stärker als ein bedrückend unausweichlich Geschlossenes denn als Fluss wahrgenommen wurde, verbindet beide. Die auf Augustinus basierende Zeitphilosophie verkürzt dargestellt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bilden eine Einheit – kumuliert in Zimmermanns Musiktheater Die Soldaten. Das Schlagwort von der ‚Kugelgestalt der Zeit‘ vermag jedoch nur einen Teilaspekt der vielschichtigeren Zusammenhänge zwischen Zimmermann und Augustinus aufzuzeigen.

Herbert Hopfgartner (Salzburg)

Zeit der Stille – Zeit der Muße

Ausgehend von der Bedeutung, die Dieter Schnebel in einem Interview für die Thüringer Landeszeitung am 26. April 2010 dem Zen-Buddhismus zuweist, werden in essayistischer Form Tendenzen und Strömungen einer ostasiatischen Kunstästhetik vorgestellt. Der Daoismus und der daraus erwachsende Zen-Buddhismus haben namhafte Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst. Einige Phänomene wie z.B. ‚Muße und Alltag‘, ‚Kunst, Kontemplation und Natur‘‚Zeitlosigkeit und Präsenz‘ sollen im Folgenden etwas genauer beleuchtet werden.

Ichiro Murata (Freie Universität Berlin)

Zeitlicher Verlauf des Werkschaffensprozesses – Der Werkschaffensprozess ist nicht immer teleologisch

Wie lässt sich der zeitliche Ablauf eines Werkschaffensprozesses beschreiben? Sind Produktionsprozesse teleologisch erklärbar?
Der Unterschied zwischen dem, was wir gerade erschaffen und dem, was wir schon geschaffen haben, ist wichtig. Niemand kann vor Beginn des Werkschaffensprozesses wissen, wie das Kunstwerk aussehen wird.
Der teleologisch dargestellte Werkschaffensprozess ist ein zeitlich linearer Prozess: Das Ziel wird am Anfang gesetzt, das Werk in zielgerichteter Weise realisiert.
Im Sinne des „Hermes im Stein“ (Aristoteles) existiert die intendierte Figur bereits im Stein. Michelangelo könnte seine Skulptur im Marmorblock vorweg ‚gesehen haben und seine Aufgabe war, sie aus dem Stein ‚herauszunehmen‘.
Doch der Film von H.G. Clouzot Le Mystère Picasso über dessen Werkschaffensprozess verweist auf das Gegenteil: Picasso malt ohne festgelegtes Ziel. Aus der Betrachtung des entstehenden Bildes erwachsen Anregungen für das weitere Werkschaffen. 

Dietmar Jürgens (Katholische Fachhochschule NW, Standort Köln)

Aus dem Augenblick heraus: gestaltete Zeit in der polyästhetisch-heilpädagogischen Begegnung

Die folgenden, für das Handlungsfeld „Polyästhetische Heilpädagogik“ zentralen Aussagen liegen u.a. den Betrachtungen zu ‚gestalteten Situationen‘ und ‚Beziehungsgestaltung‘ zu Grunde:

  • Heilpädagogik kann im Sinn von Ferdinand Klein und Gerhard Neuhäuser als „dialogische Erziehung“ (Ferdinand Klein et al., Heilpädagogik als therapeutische Erziehung, München und Basel 2006) verstanden werden. Rhythmus, Raum/Zeit und Dialog sind in diesem Zusammenhang als sinnlich erfahrbare Erscheinungsbezüge des Menschen in seiner Zeit zu sehen.
  • Polyästhetisch-heilpädagogische Situationen verfolgen auch aus der Perspektive zeitlicher Abläufe das Leitziel eines mehrsinnigen und sinndeutenden Erfahrens von Welt in Bezug auf die personale Bildung des Menschen mit Behinderung.
  • „Ich bin da, jetzt, und es ist gut!“ (Gertrud Orff, Schlüsselbegriffe der Orff-Musiktherapie, München 1990, S. 93) ist die wie auch immer zum Ausdruck gebrachte Bekundung eines Menschen über eine als gelungen empfundene Gestaltung einer polyästhetisch-heilpädagogisch geleiteten Situation.


 

Symposium 2009: "polyästhetische HörRäume", Nachlese



Das 26. Polyaisthesis-Sympo­sium in Wilhering und Linz

verband die Einlas­sung auf Hör­Räume ver­schiedenster Provenienz und Konsistenz mit deren Reflexion, Diskus­sion und Bedeutungs­zuschreibung für das Leben des Men­schen im 21. Jahr­hundert in einer poly-ästhetischen Welt. Einen Bericht finden Sie mit einem Klick auf Nachlese

 


 

Klangszenenproduktionen und Oratorien

Polyästhetische Produktionen in Veranstaltungen der IGPE  bis 2001

Musiktheater- und Klangszenen-Improvisationen

  -         2000: „Wem lausch ich und wen hör ich?“ – eine Odyssee für Stimmen und Instrumente
                      (mit Texten von Homer, Franz Kafka, Rose Ausländer, Fernando Pessoa, Georg Trakl u. a.)

-           1990: Die Blume und das Reitpferd (nach Giovanni Boccaccio)

-           1989: Fabulae (nach Äsop, Phädrus, Notker Balbulus)

-           1987: Die Vögel (nach Aristophanes)

-           1986: Verwirrspiel für Unbehauste (nach den Gebrüdern Grimm und Franz Kafka)

-           1985/1992: Die chinesische Mauer (nach Max Frisch u. a.)

-           1984: Ritter Blaubart (nach Georg Trakl)

-           1983: Orpheus (nach Vergil, Rainer Maria Rilke)

-           1983: Die Witwe von Ephesos (nach Petronius)

-           1980/1981/1988: Doktor Johann Faust (nach dem Spies’schen Faustbuch)

Oratorien- und Mysterienspiele

-           1997: Schir Haschirim (oratoriale Klangszenen-Improvisation für Sänger, Sprecher und Instrumentalisten)

-           1996: Babel (Klangszenen-Improvisation für Sänger, Sprecher und Instrumentalisten)

-           1995: Golem (Klangszenen-Improvisation für Darsteller, Sänger, Sprecher und Instrumentalisten)

-           1989/1990: Psalm (Ensemble-Improvisation nach Texten von Georg Trakl)

-           1988: Hör dich ein (nach Thora, Talmud, Friedrich Hölderlin, Martin Buber, Paul Celan)

-           1988: Gesang des Lebens. (Klangszenen-Improvisation nach Sonnenbildern von Paul Konrad Hoenich)

-           1985: Ludus de Antichristo (nach dem Tegernseer Antichristspiel)

-           1982: Sonnengesang (nach Echnaton und Franziskus)

-           1982/1984/1989: Ludus Danielis (nach der Bibel und Texten von Nelly Sachs)

-           1981/1991: Totentanz (nach der Bibel und anderen Texten)

-           1980/1982/1989: Laster – Lüste – Listen (nach Sprichwörtern und Texten von James Joyce)

 



Design by i-cons.ch / etosha-namibia.ch